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    Projektbeschreibung

     

    Die Studie Reisen in das befremdliche Pompeji entstand zwischen 1999 und 2002 als Dissertation bei Prof. Dr. Achim Aurnhammer am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Freiburg. Sie erscheint im Februar 2004 als Band 29 (263) der Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte im Verlag Walter de Gruyter Berlin.

    Anhand von 160 Italienreisen wird nachgezeichnet, wie sich deutsche Italienreisende zwischen 1750 und 1870 mit den Arabes-ken, der Kleinheit und Polychromie in der Architektur und den obszönen Darstellungen in Pompeji und Herkulaneum auseinan-dersetzten. Neben Schriftstellern wie Goethe, Moritz oder Seume besuchten die Ausgrabungen auch Gelehrte, Maler, Architek-ten, Beamte und Hochzeitsreisende. Diese nach Professionen, Herkunft, Alter und Geschlecht gemischte gruppe erlaubt einen perspektivenreichen Blick auf die Antikerezeption angesichts der kampanischen Ausgrabungen.

    Entgegen der von der Forschung betonten Konvergenz zwischen der Entdeckung der antiken Städte und dem neoklassischen Geschmack des 18. Jahrhunderts, forderte die Autopsie der Überreste das ästhetische und sittliche Empfinden der Klassizisten erheblich heraus. Die scheinbare Homogenität des Klassizismus erweist sich dabei als eine dynamische Konstruktion, die sich aufgrund inhärenter Widersprüche fortentwickelte und dadurch eine ästhetische Integrationskraft entfaltete. Die diachrone Studie zeichnet dabei nach, ob und unter welchen Bedingungen es zu einem Geschmackswandel kam.

    Die Übergänge zur Poesie zeigen schließlich, dass Pompeji in der Dichtung des 19. Jahrhunderts zum antiklassischen Klischee erstarrte und dass einige der klassizistischen Normen eine weit über die Epoche der Klassik hinausreichende Persistenz ent-falteten. Auf der Grundlage von Leo Festingers Der rhetorischen Analyse des Geschmacksdiskurses sind eine gattungspoeto-logische Einordnung und eine Kulturgeschichte der Pompeji-Reisen vorangestellt.

    Eine kommentierte Bibliographie ergänzt die Studie und erschließt die deutsche Pompeji Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts.