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    Reisen in das befremdliche Pompeji

    Antiklassizistische Antikenwahrnehmung

    1750–1870

     

    Als am 23. März 1748 der Geistliche Giacopo Martorelli im Auftrag Karls III. von Spanien auf jenem Gebiet zu graben begann, das Jahrhunderte lang von den Bauern lediglich Cività genannt wurde, glaubte er, sich auf den Spuren des verschütteten Stabiae zu befinden. Das bereits 1707 unter Resina entdeckte und seit 1738 von Rocco Alcubierre ausgegrabene Herculaneum ließ darauf hoffen, auch die anderen Städte wiederzufinden, die am 24. August 79 n. Chr.  durch einen Vesuvausbruch verschüt-tet worden waren. Martorelli ahnte noch nicht, was da eigentlich zu seinen Füßen lag, denn Iacopo Sannazaros Beschreibung einer imaginäre Ausgrabung Pompejis auf dem Gebiet der Cività aus dem Jahre 1502 war ebenso vergessen wie die Inschrift decurio Pompeis, die man während des 17. Jahrhunderts ausgrub und fälsch-licherweise einer Villa des Pompeius zuord-nete. Erst als 1763 die Inschrift respublica Pompeianorum gefunden wurde, erhielt die anonyme Cività wieder ihren ursprüng-lichen Namen. Nach beinahe siebzehnhundert Jahren war das vom Aschenregen gänzlich verschüttete Pompeji wiederentdeckt.

    Seit diesem Zeitpunkt war Pompeji ein wichtiges Ziel Italienreisender aus ganz Europa. Während die Reisen der Franzosen und Engländer an diesen wiederauferstandenen Ort der Antike gut belegt und in Teilen erforscht sind, ist die Wirkung Pompejis auf deutsche Reisende kaum bekannt. Winckelmann, Goethe, Moritz und Seume stehen als vereinzelte Gewährs-leute für die deutschen Besucher in Pompeji. Sie können jedoch weder repräsentativ für die deutschen Italienreisen stehen, noch geben sie hinreichend Auskunft über die Rezeption Pompejis in Deutschland. Die Erforschung dieser Rezeption hat sich das im folgenden beschriebene Dissertationsprojekt zur Aufgabe gemacht.